Franziskus und Nahost
Wie der Papst die Juden verstört
Das Schreiben, mit dem sich Papst Franziskus vor wenigen Wochen an die Katholiken im Nahen Osten wandte, hat weithin für Kritik gesorgt: »Ich war zutiefst schockiert, als ich den Brief von Papst Franziskus zum Jahrestag des 7. Oktobers gelesen habe«, mit diesen Worten reagierte der israelische Historiker Israel J. Yuval, der weltweit zu den profiliertesten Wissenschaftlern im jüdisch-christlichen Dialog gehört, auf den Brief von Papst Franziskus. Der jüdische Bibelwissenschaftler Ethan Schwartz bezeichnete den Papstbrief als Desaster für die christlich-jüdischen Beziehungen. Und der amerikanische Rabbiner Avi Shafran verlangte gar eine Entschuldigung des Vatikans. Sein Vorwurf: Der Brief kolportiere antisemitische Klischees. In Deutschland ist ein Aufschrei weithin ausgeblieben. Was ist das Problem mit dem päpstlichen Schreiben?
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René W. Dausner lehrt systematische Theologie in Hildesheim und Hannover.
Christian Frevel lehrt Altes Testament in Bochum. Gemeinsam haben die katholischen Theologen jüngst das Studienbuch »Schulter an Schulter. Zur Rolle des Judentums in christlicher Theologie« herausgegeben.

Papst Franziskus
