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Ostern heute
Aber wo ist der Himmel?

Der Auferstehungsglaube fällt uns schwerer als früheren Generationen. Könnte Dantes Seelenreise helfen? Versuch über eine österliche Kosmo-Theologie.
von Joachim Negel vom 05.04.2026
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Angekommen im Himmel: aus Gustav Dorés berühmten Illustrationen von Dantes »Divina Commedia« (Foto: PA / Bildagentur-online / Sunny Celeste)
Angekommen im Himmel: aus Gustav Dorés berühmten Illustrationen von Dantes »Divina Commedia« (Foto: PA / Bildagentur-online / Sunny Celeste)

Wohin ist er entschwunden, der Auferstandene? Aufgefahren in den Himmel. Aber wo ist der Himmel? Droben? Aber wo ist droben? Da, wo Sonne, Mond und Sterne leuchten? In einem vormodernen Weltbild stellte man sich das so vor. Physik und Metaphysik waren nicht getrennt. Zwar waren kosmischer Himmel (englisch: Sky) und göttlicher Himmel (englisch: Heaven) nicht einfach identisch; man unterschied sehr wohl zwischen dem Morgenstern, jenem vor Sonnenaufgang aufgehenden Gestirn, und jenem ganz anderen Morgenstern, »der nicht mehr untergeht«: dem auferstandenen Christus, wie er in der Osternacht besungen wird. Aber der astronomische Morgenstern Venus (oder Merkur) und der göttliche Morgenstern Christus standen in Analogie zueinander. Heaven und Sky, Himmelskunde und Sternenkunde, Theologie und Kosmologie waren über die längste Zeit der europäischen Kultur- und Wissenschaftsgeschichte kongruent. Warum auch nicht? Das nächtliche Himmelsgewölbe mit seinen unzähligen Sternen besitzt seit den ersten Anfängen menschlicher Kultur bis in die Gegenwart hinein hohen symbolischen Wert.

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