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Gottesfragen
Gott, der uns (er-)leiden mag

In der Reihe »Gottesfragen« beantwortet der Theologe Joachim Negel die Fragen unserer Leserinnen und Leser. In dieser Folge geht es um Schuld und Erlösung.
von Joachim Negel vom 02.04.2021
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Jesus trägt Judas: Ungewöhnliches Motiv an der Kathedrale Sainte Marie-Madeleine in Vézelay/Burgund (Foto:Wikipedia)
Jesus trägt Judas: Ungewöhnliches Motiv an der Kathedrale Sainte Marie-Madeleine in Vézelay/Burgund (Foto:Wikipedia)

Was Sühne, Versöhnung und Vergeben bedeutet, führt die Geschichte von Jesus und der Ehebrecherin vor Augen: »Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.« Als daraufhin alle Ankläger gehen, spricht Jesus die Frau frei: »Auch ich verurteile dich nicht. Sündige nicht mehr.« Das wirkt in einer patriarchalen Welt befreiend. Wohl kaum jemand, der sich mit diesem Freispruch nicht identifizieren könnte! Aber was wäre, wenn dem barmherzigen Jesus nicht eine unglückliche Ehebrecherin zugeführt worden wäre, sondern ein Kinderschänder? Und wir hörten ihn die Worte sagen: »Wer von euch ohne Sünde ist, …«? Alles würde sich in uns empören: »Was bildet der sich ein!«

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