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Gottesfragen
Wer Freiheit sagt, sagt Gott

Der Theologe Joachim Negel beantwortet Fragen unserer Leserinnen und Leser. Diesmal geht es um die Freiheit des Menschen und ihren Ursprung.
vom 12.11.2023
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Hirnaktivität sichtbar: Aber trotzdem handelt ein »Ich« (Foto: istockphoto/Ignatiev)
Hirnaktivität sichtbar: Aber trotzdem handelt ein »Ich« (Foto: istockphoto/Ignatiev)

Nur wenige Experimente sind so berühmt geworden wie dieses: Um zu klären, ob der Mensch in seinen Handlungen frei sei, hatte der amerikanische Neurophysiologe Benjamin Libet Anfang der 1980er-Jahre seine Probanden angewiesen, zu einem jeweils selbstgewählten Zeitpunkt Bewegungen mit der Hand auszuführen. Parallel dazu maß der Forscher ihre Hirnströme und Muskelbewegungen, sodass er nicht nur den genauen Zeitpunkt der Körperbewegungen bestimmen konnte, sondern auch das sogenannte Bereitschaftspotenzial im motorischen Cortex (einem Bereich der äußeren Schicht des Großhirns). Das Ergebnis war verblüffend: Unter allen Bedingungen zeigte sich, dass das Gehirn die Bewegung der Hand bereits zu einem Zeitpunkt vorbereitete, zu dem der Proband selbst noch gar nicht die Absicht gehabt hatte, die Bewegung tatsächlich auszuführen. Mehr als 40 Jahre sind seit diesem Experiment vergangen, und immer noch gilt vielen das Libet-Experiment als Hinweis, dass es sich bei der Vorstellung freier Willensentscheidungen um eine Illusion handle. Nicht wir handeln, unser Gehirn handelt. »Uns« gibt es gar nicht. Das »Ich« ist eine neuronale Illusion, und die Sinneseindrücke, die diesem nicht vorhandenen »Ich« eine sinnvolle Welt vorgaukeln, beruhen auf Täuschung und Wahn.

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Schlagwörter: Freiheit Gott Gottesfrage Mensch
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