Aufräumen im Trollhaus
Man hat sich den Netzbewohner als glücklichen Menschen vorzustellen; diesen Eindruck gewinnt jedenfalls, wer die »re:publica« besucht. Das jährliche Treffen in Berlin ist so etwas wie der Kirchentag der Internetaktivisten. Im Mai pilgerten etwa 20 000 Menschen zum dreizehnten Termin der Digitalkonferenz, die meisten deutlich jünger als durchschnittliche Kirchentagsbesucher, männlicher und häufiger schwarz gekleidet. Die Atmosphäre ist ruhig und freundlich, man diskutiert gesittet, steht viel in Schlangen, und wen die Auswahl der rund tausend Veranstaltungen überfordert, der kann sich in Liegestühlen, Hängematten oder auf Knautschsäcken ausruhen. Anders als bei Kirchentagen wird allerdings nicht gesungen, nie. Dafür kommen inzwischen fast ebenso viele Politiker vorbei: Viele Minister waren da, fast die gesamte SPD-Spitze, der Bundespräsident und am letzten Tag sogar eine EU-Kommissarin. Keine Frage: Die Netzgemeinde ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden

