Im Land der sprechenden Steine
Der Duft von Weihrauch zieht durch die kleine Kirche. Er legt sich über die Ikonen und den dunkelroten Vorhang mit den goldenen Stickereien, der vor dem Altar hängt. Er schwebt über dem unebenen Steinboden, der von bunten Teppichen bedeckt ist. Er umhüllt das Taufbecken, auf das Licht aus dem darüberliegenden Fenster fällt. Dann tritt Vater Thaddäus ein und bekreuzigt sich. Das ehemalige Kloster Goschawank, im Nordosten Armeniens gelegen, ist umgeben von Wiesen und Wäldern. Die Anlage stammt aus dem 12. Jahrhundert. Kurz nach Beginn unserer Zeitrechnung war Armenien schon ein christliches Land. Am Anfang stand der Apostel Thaddäus und später Gregor der Erleuchter. Durch ihr Wirken erklärte Armenien im Jahr 301 das Christentum zur Staatsreligion.
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