Der weiße Mann als Norm
Neutral und objektiv: So sehen viele Menschen die Wissenschaften. Doch ob Medizin, Geschichte, Philosophie, Physik oder Biologie: Die wissenschaftliche Debatte ist immer auch ein sozialer Prozess, in den verschiedene Interessen und Perspektiven miteinfließen – absichtlich oder nicht. Auch der Kolonialismus hat seine Spuren in der Wissenschaft hinterlassen, indem er bestimmte Forschungen finanziert und damit für seine Projekte instrumentalisiert hat. In den vergangenen Jahren steigt das Interesse daran, diese Spuren aufzudecken – und mitunter auch zu beseitigen.
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Anke Schwarzer, geboren 1970, ist Soziologin und Journalistin. Sie schreibt das Adjektiv »Schwarz« groß, um zu verdeutlichen, dass es sich nicht um eine Eigenschaft handelt, die auf die Farbe der Haut zurückzuführen ist, sondern um einen politischen Begriff: »Schwarz« oder auch »Person of Color« sind Selbstbezeichnungen von Menschen, die aufgrund ihrer Hautfarbe oder Herkunft Rassismuserfahrungen machen.

Das koloniale Erbe
