»Stadtbild«-Debatte
Die Bilder im Kopf des Kanzlers
Zwei rote Fäden ziehen sich durch die politische Biografie des Friedrich Merz. Legendär ist seine Aversion gegen Angela Merkel. Sie schließt diejenigen ein, die der Mann mit der kurzen Zündschnur als »Merkelianer« identifizierte. Sie blieben bei der Neuaufstellung der CDU in Partei, Fraktion und Regierung fast völlig unberücksichtigt, etliche verließen 2025 den Bundestag. Dagegen stellte Merz auffällig viele Gegner des christlich-liberalen Mittekurses von Merkel nach vorn. Der konservative und wirtschaftsliberale Parteiflügel um die »Mittelstandsunion« dominiert nun die Bundespartei und die Regierung samt Staatssekretärsriege wie nie zuvor in der Geschichte der CDU. Die Namen Spahn, Linnemann, Bilger, Frei, Reiche, Weimer, Connemann, Amthor, de Vries und Julia Klöckner, die ihre Parteilichkeit im Amt der Bundestagspräsidentin noch in den Griff bekommen muss, stehen für diese Kursänderung. Der konservativ-neoliberalen »Denkfabrik R21« unter Andreas Rödder und Kristina Schröder, die den CDU-Nachwuchs politisch bilden soll, wurden soeben 250 000 Euro aus dem Bundeshaushalt bewilligt – was weder zu ihrer Ideologie passt noch dazu, dass Rödder im Herbst 2023 vor allem wegen seiner Brandmauerkritik untragbar für den Vorsitz der CDU-Grundwertekommission wurde.
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Andreas Püttmann ist Politikwissenschaftler und Publizist.

