Heiliges Russland und der Kampf der Kirchen
Als der russische Präsident Wladimir Putin am 21. Februar ankündigte, sein Land werde die »Volksrepubliken« von Donezk und Luhansk anerkennen, verwendete er in seiner Argumentation mehrfach religiöse Begründungen. Er verwies auf die gemeinsame Geschichte und Kultur von Russen und Ukrainern und behauptete, orthodoxe Christen würden in der Ukraine verfolgt. Bereits früher hatte Putin die religiöse Karte gespielt, so etwa in einem berüchtigten Aufsatz, den er im Sommer 2021 unter seinem Namen publizieren ließ und in dem er sowohl die Staatlichkeit der Ukraine als auch die Existenz einer ukrainischen Nation bestritt: »Russen und Ukrainer sind ein Volk.«
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Thomas Bremer ist Professor für Ostkirchenkunde, Ökumenik und Friedensforschung an der Universität Münster.

