Migration
Spanien gibt Illegalen eine Chance
Er schaut zu den Fischerbooten im Hafen von Adra hinüber. Sobald Faniande Sarr seine neue Arbeitsgenehmigung bekommt, will er auf einem der Boote anheuern. Im Moment kann der 48-Jährige nur illegal in Gewächshäusern schuften, die hier die südspanische Mittelmeerküste säumen. 2022 war der Senegalese mit einem mehrmonatigen Arbeitsvertrag eines Fischereiunternehmens nach Spanien gekommen und nach Ende des Vertrags einfach im Land geblieben. Seither erntet er acht Stunden pro Tag im berühmt-berüchtigten »Plastikmeer« bei Almería, dem Gemüsegarten Europas, Paprika, Tomaten, Wassermelonen und Gurken. Die Arbeit ist anstrengend. Derzeit steigen die Temperaturen in den Gewächshäusern auf weit über 40 Grad. Doch sein Problem ist ein anderes: »Als Schwarzarbeiter bekommen wir nur sechs bis acht Euro die Stunde. Nach Miete und Essen bleibt nicht mehr viel übrig, um meiner Familie Geld zu schicken«, erzählt Sarr, der drei Töchter und vier Söhne hat. Auf einem Fischerboot würde er fast doppelt so viel verdienen.
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Manuel Meyer arbeitet als freier Journalist in Madrid.

Flucht
