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Geist & Sinn
Das »Ah!« des Loslassens

Das Haiku von Mizuta Masahide verbindet in 17 Silben Verlust mit Erkenntnis.
von Milena Michiko Flašar vom 18.03.2025
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Es gibt Gedichte, die sind bekannter als die Dichter, die sie schrieben. Vorliegendes gehört sicherlich dazu. Oft zitiert hat es sich über die Jahrhunderte als eines der herausragendsten Beispiele für das sogenannte Haiku erhalten, eine Gattung der japanischen Kurzformdichtung, die sich aus jeweils drei Sätzen oder Wortgruppen zu fünf/sieben/fünf Silben zusammensetzt. Mit nur siebzehn Silben stehen ihm – so scheint es – nur wenige Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung. Was lässt sich sagen? Auf so engem Platz? Erstaunlich viel, denn im Haiku geht es nicht darum, große Ideen wiederzugeben, es geht um einen einzelnen Moment der Erkenntnis. Eingebettet in ein Bild aus der Natur – meist handelt es sich um jahreszeitliche Anspielungen wie die Kirschblüte im Frühling oder den blütengleichen Schnee im Winter –, vermittelt uns das Haiku etwas von der schlichten Freude des »Ah!«.

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