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Die Stimme der Opfer

Mabrouka ist eine junge Journalistin in Tunesien. Als in ihrem Heimatland die Revolution begann, nahm sie ihre Kamera und ging dorthin, wo Menschen verfolgt und erschossen wurden
von Thomas Schneider vom 04.05.2012
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Vor ein paar Wochen, am Flughafen, war es wieder einmal so weit: Mabrouka will ihre Kamera aufbauen, da blökt sie einer von hinten an: »Mädchen, was hast du hier verloren? Verzieh dich!« Wenn Mabrouka Khedir auftaucht, haben Männer ein Problem. Nicht alle, aber viele: Sie wissen nicht, wie sie sie anschauen sollen: Respektvoll? Misstrauisch? Überrascht meistens, verunsichert oft - aber anschauen müssen Mabrouka alle, denn sie ist eine ungewöhnliche Erscheinung: Eine junge Frau mit einer Fernsehkamera auf der Schulter, das gibt es nicht oft in Tunesien. Wenn Journalisten, was häufig vorkommt, im Rudel auftreten, entsteht ein Gedränge um den besten Platz für das beste Bild. Dann kann Mabrouka die Ellbogen ausfahren, das gehört zu ihrem Handwerk. Und wenn ein Mann, meist ein älterer, die Frau mit der Kamera verscheuchen will, wird Mabrouka auch mal laut. Aber meistens behauptet sie ihren Platz mit einem Lächeln.

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Schlagwörter: Meinungsfreiheit Revolution
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