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Der amerikanische Messias

Trotz Lügen und Missmanagement halten viele Christen in den USA nach wie vor zu Donald Trump. Warum?
von Dorothea Hahn vom 12.05.2020
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Gottähnliches Selbstbewusstsein: Donald Trump ist für viele Evangelikale der Präsident ihrer Gebete (Foto: pa/ap/Brandon)
Gottähnliches Selbstbewusstsein: Donald Trump ist für viele Evangelikale der Präsident ihrer Gebete (Foto: pa/ap/Brandon)

Donald Trumps Lotterleben liegt wie ein offenes Buch vor seinen Landsleuten. Dazu gehören seine Frauen (Gattinnen, Geliebte und Frauen, die er sexuell belästigt hat), seine Spekulationen und dubiosen Geschäfte (inklusive solche, die ihn vor Gericht gebracht haben), seine radikalen Kehrtwenden (darunter vom Demokraten zum Republikaner und vom Befürworter des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch zum »Lebensschützer«) und seine täglich neuen Lügen, verächtlichen Worte und Hetzereien auf Twitter. Dennoch folgen ihm ausgerechnet die sittenstrengsten Christen in den USA ohne Wenn und Aber. Für mindestens zwei Drittel der weißen Evangelikalen ist Trump exakt der Präsident, für den sie ein Leben lang gebetet haben. Sie sind völlig unbeeindruckt von den Mueller-Ermittlungen über russische Einmischungen, von der Anklage des Repräsentantenhauses wegen Machtmissbrauchs und auch von Trumps kalamitösem Management der Virus-Epidemie.

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