Glaubensbekenntnis
Der begrenzte Gott
Dieser Tage, vor 1700 Jahren: Die gut 200 Bischöfe, die in Nizäa zusammentreten, sind erfüllt vom Brausen einer neuen Zeit. Friede und Wohlergehen stehen offen, wo vorher nur Mauer war und Unterdrückung. Nicht wenige von ihnen tragen Narben; die letzte große Christenverfolgung ist ja erst 14 Jahre her. Jetzt sind Diokletian und Galerius tot, die Kirche lebt – und wie: Konstantin, der neue Kaiser, stiftet prachtvolle Basiliken in Rom. Mit den Gebeinen des »Apostelfürsten« Petrus, die er am Vatikan-Hügel mit einer Kathedrale überwölbt, bettet er das Christentum in sein Reich ein. Seine neue Hauptstadt Byzanz, die er als das »zweite Rom« in den nächsten vier Jahren bauen wird, legt er von vornherein als christlich an, und für den Frühsommer 325 hat er alle Bischöfe des Erdenrunds, der »Ökumene«, in seinen Palast eingeladen. So eine Versammlung hat es zuvor nie gegeben. Eine mit ähnlich langfristiger Wirkung ist auch danach schwer zu finden.
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