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Ökumenischer Rat der Kirchen
Die eigenen Ideale waren zu groß

Der Weltkirchenrat traut sich keinen offenen Dialog zu. Doch er ist sich der Weltprobleme bewusst. Die Vernetzung der Kirchen bleibt ein unverzichtbares Korrektiv gegen nationale Borniertheit.
von Christoph Fleischmann vom 08.09.2022
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Sie fordern mehr Mitsprache: Gemeinsamer Protest der jungen Delegierten bei der Vollversammlung des ÖRK
Sie fordern mehr Mitsprache: Gemeinsamer Protest der jungen Delegierten bei der Vollversammlung des ÖRK

Am Ende einigt sich die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) nur darauf, dass sie nicht einig ist: Einige Mitgliedskirchen meinen, dass man Israels Politik mit dem Begriff Apartheid beschreiben kann, andere lehnen das klar ab. Für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat das nochmal mit deutlichen Worten Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber gesagt: »Als Kopf der deutschen EKD-Delegation sage ich ganz klar: Wir werden nicht von Israel als Apartheidstaat reden.« Diese Intervention bei der ersten Lesung der Resolution konnte man als Ziehen einer roten Linie verstehen – ungewohnt für ein Konsensverfahren. Dem Anspruch des ÖRK wäre es angemessener gewesen, sich früher offen über die unterschiedlichen Wahrnehmungen auszutauschen. Vielleicht hätte man Lernprozesse anstoßen können. So blieb nur noch die Feststellung des Dissenses. Das immerhin ist ehrlich.

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