USA
Die religiöse Verrohung
Soziologisch gesehen sind die USA immer noch das religiöseste Land in der westlichen Welt. Das Christentum ist dominant und nicht selten politisch militant aufgeladen. Doch im Nordosten, im Nordwesten, an der Westküste, in den Städten und unter den intellektuellen und akademischen Eliten kommen immer weniger Menschen in die Kirchen, vor allem weniger junge. Die Säkularisierung schreitet voran. Weil es zwar eine verfassungsmäßige Trennung zwischen Kirche und Staat, aber keine Trennung zwischen Religion und Politik gibt, ist jede amerikanische Wahl auch eine Bestandsaufnahme über die Rolle der Religion im öffentlichen Raum. So werden die Wahlen im November nicht nur für die politische Zukunft sehr bedeutsam sein, sondern auch Einblicke in das religiöse Selbstverständnis ermöglichen.
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Massimo Faggioli, geboren 1970, ist Professor für Theologie und Kirchengeschichte an der Universität Villanova (Philadelphia, USA), Kolumnist bei Commonweal Magazine und La Croix International, Autor des Buches »Joe Biden and Catholicism in the USA«.

