Ein Papst macht Tempo
Ein bedeutungsvolles Lächeln konnte sich William Charpentier dann doch nicht verkneifen. Soeben hatte der Menschenrechtsaktivist der Flüchtlingsorganisation Menamird dem dominikanischen Fernsehen seine Einschätzung zum Wechsel an der Spitze des Erzbistums in Santo Domingo gegeben. Auf Kardinal Nicolas de Jesús López Rodríguez, der aus Altersgründen zurücktreten musste, folgt nun Francisco Ozoria Acosta. Das lokale Nachrichtenportal CDN, so Charpentier, habe sorgenvoll kommentiert: Konservative Kräfte sähen diese Personalentscheidung des Papstes kritisch. Denn auf López Rodríguez – einen ultrarechten Hardliner, der wegen seiner ablehnenden Haltung gegenüber den haitianischen Migranten von Kritikern gar des Rassismus bezichtigt wird – folge einer, der sich nicht als »Verteidiger des dominikanischen Vaterlandes« verstehe. Für diesen Kommentar hat Charpentier nur Spott übrig: Francisco Ozoria, die neue Nummer eins der Kirche in der Dominikanischen Republik, heiße eben nicht nur so wie der Papst, er teile auch dessen Leidenschaft für Flüchtlingsfragen.
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