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Krise der Kirchen
Gottes Gespür für die Welt

Der Geist weht in den Rußwolken des brennenden Amazonas und im Seufzen der geknechteten Menschen, nicht aber im kirchlichen Besitzstandsdenken. Warum wir gerade heute eine Theologie des Heiligen Geistes brauchen.
von Peter Scherle vom 24.11.2019
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Die Erschaffung des Menschen: Wie wirkt Gott in der Welt? (Foto: pa/dpa/Die Kleinert)
Die Erschaffung des Menschen: Wie wirkt Gott in der Welt? (Foto: pa/dpa/Die Kleinert)

Die Großkirchen in Deutschland leben seit Langem im Modus der Krise. Mit größter Anstrengung wird versucht, das Bestehende zu erhalten. Doch Erschöpfung und Pessimismus ist überall mit Händen zu greifen. Verstärkt wird das Gefühl durch die Annahme, dass in der Gesellschaft zwar eine lebendige Religiosität vorherrsche, diese aber von den Kirchen nicht genutzt werden könne, weil sie zu wenig »marktgerechte« Angebote mache. »Ihr habt ein gutes Produkt, aber ihr verkauft es schlecht«, raunen Berater und legen der Kirche nahe, sich die kapitalistische Logik zu eigen zu machen. Diese Analyse ist allerdings doppelt falsch. Zum einen zeigen religionssoziologische Studien übereinstimmend, dass es in allen Ländern, in denen es gesellschaftliche Freiheit und einen funktionierenden Wohlfahrtsstaat gibt, zu einer Auflösung der Bindung an die Kirchen kommt. Es gibt einen klaren Trend in Richtung Konfessionslosigkeit, aber nicht hin zu anderen Formen der Religiosität.

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