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Islamische Theologie
Lob der Unverfügbarkeit

Wie soll ich loben, was ich nicht kenne? Wie soll ich mich zu Gott hinwenden, wenn er sich mir entzieht? Persönliche Gedanken von Ahmad Milad Karimi, inspiriert von der Geburt seiner Tochter.
von Ahmad Milad Karimi vom 30.07.2023
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Milad Karimi mit Tochter (Foto: Privat)
Milad Karimi mit Tochter (Foto: Privat)

Ich wollte keine Tochter haben. Nicht, dass es meine Entscheidung wäre, aber der Gedanke, Vater einer Tochter zu sein, wollte nicht zu mir finden. Ich muss gestehen: Mich hat immer die Liebe Jakobs zu seinem Sohn berührt. Ihm wird vermittelt, dass Josef von einem Wolf gefressen wurde. Er nimmt das Hemd seines Sohnes in die Hand, drückt es ans Gesicht und verliert sein Augenlicht. Es war nicht bloß Liebe, dachte ich, sondern der Schmerz einer Bindung, über den er nicht verfügte. Josef war aber im Brunnen, allein in der Finsternis. Vater und Sohn sahen nichts außer der Dunkelheit. Dieses biblisch-koranische Narrativ zeigt ein Beziehungsgeflecht auf, bei dem Vater und Sohn in die Finsternis blicken. In ihren Schwächen, dass sie nicht ihr Geschick selbst in der Hand haben, teilen sie diesen Augen-Blick. Nicht die Stärke des Vaters oder der Mut des Sohnes, sondern ihre gemeinsame Zerbrechlichkeit, ihre geteilte Verletzlichkeit berührten mich.

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Schlagwörter: Gebet Gott Koran Poesie Tochter
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