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Mensch, wo bleibst du?

Soziale Ungerechtigkeit, sexuelle Gewalt, Flüchtlinge, Umgang mit rechten Strömungen, Friedliche Revolution, 500 Jahre Reformation, Kapitalismus und TTIP: Über diese Themen diskutieren wir mit Ihnen vom 26. bis zum 28. Mai in Leipzig. Besuchen Sie unser Zentrum während des Katholikentags! Wo? In der Alten Börse am Naschmarkt
von Wolfgang Kessler vom 29.04.2016
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Gelöste Stimmung beim Katholikentag (hier in Regensburg 2014): So ist es üblich. Das tut aber der oft scharfen Auseinandersetzung auf Podien keinen Abbruch. In Leipzig feiert die Veranstaltung Ende Mai ihren 100. Geburtstag - tief im Säkularismus. (Foto: KNA/Oppitz)
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Gelöste Stimmung beim Katholikentag (hier in Regensburg 2014): So ist es üblich. Das tut aber der oft scharfen Auseinandersetzung auf Podien keinen Abbruch. In Leipzig feiert die Veranstaltung Ende Mai ihren 100. Geburtstag - tief im Säkularismus. (Foto: KNA/Oppitz) .

»Seht, da ist der Mensch« lautet das Motto des 100. Katholikentages. Er findet in diesem Jahr in Leipzig statt – und dies unter besonderen Vorzeichen: Mutig präsentieren die Verantwortlichen Kirche und Glaube in einem weitgehend nichtkirchlichen Umfeld – wohl wissend, dass das zumindest in Mitteleuropa die Herausforderung der Zukunft sein wird.

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Zudem fällt der Katholikentag in eine Zeit, in der das Christsein auf besondere Weise angefragt ist. Viele Menschen identifizieren Religion mit Gewalt – vor allem seit Gewalttäter ihre Morde auch religiös zu rechtfertigen versuchen. Angesichts hoher Flüchtlingszahlen schüren rechtsextreme Bewegungen Hass und Angst – und manche bemächtigen sich dabei christlicher Symbole. Und nicht zuletzt bedrohen Kriege und eine entfesselte Weltwirtschaft Mensch und Natur. Die Zukunftsangst ist derzeit mit Händen zu greifen.

Unabhängig von Kirche und Staat

Mensch, wo bleibst du- in den Krisen unserer Zeit? Diese Frage steht deshalb im Mittelpunkt des »Katholikentag-Plus«-Programms, das Publik-Forum und die Bewegung Wir sind Kirche während des Katholikentages drei Tage lang in Leipzig präsentieren werden.

Da wir dieses Programm ohne Kirchen- oder Steuergelder ausschließlich über Spenden finanzieren, kommen dort auch Persönlichkeiten wie Eugen Drewermann zu Wort, die auf Katholikentagen noch immer nicht eingeladen sind. Und während die Veranstalter sich diesmal auch mit der Einladung von Protestanten offenbar eher schwer taten, wird in der Alten Börse die inner-christliche Ökumene gelebt – was uns gerade in Sachsen sehr wichtig zu sein scheint.

Heikle Themen

Heikle und heiße Themen haben einen prominenten Platz in unserem Programm: Dazu zählen zum Beispiel die Frage der sexuellen Gewalt in den Erziehungsanstalten der DDR, der Umgang mit rechtsextremen Bewegungen, die Herausforderung der Integration von mehr als einer Million Flüchtlinge, die Zukunft des Kapitalismus, die Machtinteressen hinter den Freihandelsabkommen TTIP, Ceta und Tisa oder die Debatte über 500 Jahre Reformation als Programm zur radikalen Befreiung des Menschen.

Persönlichkeiten

Für dieses Katholikentag-Plus-Programm konnten wir prominente Persönlichkeiten gewinnen. Dazu zählen die Ex-Ministerin Christine Bergmann, Ex-Bischof Axel Noack, der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer, der Magdeburger Theologe Joachim Garstecki, der Bundestagspräsident a.D. Wolfgang Thierse – und eben Eugen Drewermann. Mit der Eine-Welt-Expertin Christine Müller, mit Frank Richter, dem Direktor der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen, mit Sonja Borgiato vom Flüchtlingsrat, der Bundestagsabgeordneten Monika Lazar sowie Polizeiseelsorger Stephan Bickhardt werden Persönlichkeiten aus Leipzig und Umgebung die Diskussionen bereichern.

Im Herzen von Leipzig

Den Wegweiser durch unser Programm finden Sie hier. Er enthält auch Tipps für andere Veranstaltungen während des Katholikentages. Ich würde mich sehr freuen, möglichst viele Gäste in der Alten Börsen, einem Kleinod im Herzen Leipzigs, begrüßen zu können. Der Eintritt ist frei.

Ihr Wolfgang Kessler, Chefredakteur von Publik-Forum

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