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Die dunklen Mächte des Glaubens
Reich, rechts, katholisch

Hille Haker lehrt theologische Ethik in Chicago. Sie erlebt unmittelbar, wie reaktionäre Netzwerke aus religiöser Überzeugung am verhängnisvollen Umbau der amerikanischen Gesellschaft mitwirken. Ein Blick auf die Strippenzieher hinter Trump.
von Hille Haker vom 04.01.2026
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Make catholicism great again? Amerikanische Pilger auf dem Petersplatz nach der Wahl Leo XIV. (Foto: Alamy / Marco Di Gianvito / ZUMA Press Wire)
Make catholicism great again? Amerikanische Pilger auf dem Petersplatz nach der Wahl Leo XIV. (Foto: Alamy / Marco Di Gianvito / ZUMA Press Wire)

Das erste Wochenende im August. Papst Leo XIV. feiert eine Nachtwache mit einer Million Jugendlichen aus aller Welt vor den Toren Roms. Zeitgleich bestätigen in Washington die US-Senatoren im amerikanischen Kongress Brian Burch als neuen Botschafter der USA für den Heiligen Stuhl. Burch ist ein ultrakonservativer Katholik, Familienvater von neun Kindern, wie er gerne betont, er steht für die traditionalistische Ausrichtung der Kirche unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Seit 2016 unterstützt er mit der von ihm gegründeten Organisation »CatholicVote« Donald Trump und fiel als scharfer Kritiker von Papst Franziskus auf. Unter anderem hatte er sich gegen die Segenserklärung für Homosexuelle »Fiducia supplicans« ausgesprochen und Franziskus Rachsucht vorgeworfen, nachdem er den texanischen Bischof Joseph Strickland abgesetzt hatte. Der amerikanische Papst wird demnächst also das Sprachrohr der US-Regierung in unmittelbarer Nachbarschaft haben – wie auch beide Chicago gut kennen. Leo stammt von dort, und Burch lebte bisher dort. In Rom wird er allerdings nicht nur auf Sympathisanten treffen, sondern auch auf einen Papst, der sich in Kontinuität zu Franziskus sieht und schon mal auf Distanz zu J. D. Vance gegangen ist. Unübersehbar aber ist der Graben zwischen dem traditionalistischen und dem sozial-pastoralen Katholizismus, den Franziskus trotz seiner Bemühungen um Einheit eher noch vertieft hat. Die Trennlinie ist dabei die Ethik. Denn wer wie Burch die Einstellung der Entwicklungshilfe von USAID für richtig erachtet, nimmt den millionenfachen Tod von Menschen in Kauf. Und wer sich als Christ nicht gegen die rhetorische und praktische Entmenschlichung der Immigrantinnen und Immigranten stellen will, wird mit Leos Widerspruch rechnen müssen.

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