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Sexualisierte Gewalt
Vertuschungsspiralen im Erzbistum Paderborn

Missbrauchsstudie deckt nicht nur höhere Zahlen, sondern auch Mechanismen des Institutionenschutzes auf.
vom 25.03.2026
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Im Erzbistum Paderborn hat es mehr Fälle von sexuellem Missbrauch gegeben als bisher bekannt. Das zeigt eine Studie von zwei Forscherinnen der Universität Paderborn zur Amtszeit der Erzbischöfe Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt zwischen 1941 und 2002. Darin werden 210 Beschuldigte und 489 Betroffene gezählt. Nach Professorin Nicole Priesching seien die Zahlen nur »als Momentaufnahmen« zu werten. »Zusätzlich ist von einem ›Dunkelfeld‹ auszugehen.«

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 6/2026 vom 27.03.2026, Seite 39
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Den beiden früheren Erzbischöfen werfen die Forscherinnen Vertuschung vor. Die Kardinäle hätten große Milde gegenüber beschuldigten Priestern gezeigt, auch wenn sie von deren Schuld überzeugt gewesen seien. Außerdem hätten sie auf Betroffene und ihre Angehörigen eingewirkt, auf Anzeigen zu verzichten. Deshalb seien auch Dechanten und Pfarrer davon ausgegangen, dass von ihnen erwartet wurde, ebenfalls Druck auf Betroffene auszuüben. »Diese Vertuschungsspirale sorgte wiederum dafür, dass Betroffene den beschuldigten Priestern weiterhin ausgeliefert blieben«, so Nicole Priesching. Für das Jahr 2027 wird eine Studie zur Amtszeit von Erzbischof Hans-Josef Becker erwartet.

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