Zur mobilen Webseite zurückkehren

Ökumenischer Rat der Kirchen
Wider die billige Einheit

Der Ökumenische Rat der Kirchen ist dann stark, wenn er es sich nicht leicht macht: Auf seiner Vollversammlung in Karlsruhe wird der Ukraine-Krieg verhandelt, genauso wie die Forderung nach mehr Klimagerechtigkeit.
von Christoph Fleischmann vom 30.08.2022
Artikel vorlesen lassen
 Orange bedeutet Zustimmung:Aber bis alle die Karte heben, muss viel geredet werden (Foto: Peter Williams / WCC)
Orange bedeutet Zustimmung:Aber bis alle die Karte heben, muss viel geredet werden (Foto: Peter Williams / WCC)

Als der Berliner Theologe Helmut Gollwitzer von einer Tagung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) im Jahr 1966 zurückkam, hatte er eine eindringliche Erfahrung zu verdauen: Ein Christ aus Mosambik, das damals noch gegen die Kolonialmacht Portugal kämpfte, hatte ihm stracks erklärt: »Du bist nicht mein Bruder!« Als Europäer sei er verstrickt in die neokoloniale Ausbeutung der Industrieländer. Bruder könne er erst werden, wenn er sich von dieser Praxis löse. Gollwitzer war nicht düpiert, sondern stellte sich der Herausforderung: Zwei Jahre später war er bei der bisher letzten Vollversammlung des ÖRK auf europäischem Boden in Uppsala 1968 dabei; im selben Jahr erstattete er der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) einen leidenschaftlichen Bericht von dort und sprach über »die Verantwortung der Christenheit für die Entwicklungspolitik und die drohende Welthungerkatastrophe, die schon begonnen hat«. Die Synode beschloss daraufhin, wie von der ÖRK-Vollversammlung gefordert, zwei Prozent aller Haushaltsmittel für die kirchliche Entwicklungshilfe bereitzustellen.

  Gedruckt + Digital  
  Digital  

Hören Sie diesen Artikel weiter mit P F plus:

4 Wochen freier Zugang zu allen P F plus Artikeln inklusive ihh Payper.

Jetzt für 1,00 Euro testen!

Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00
1.0