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Christen in Estland
Zweimal Halleluja

Orthodoxe Altgläubige fanden einst in Estland Schutz vor Verfolgung. Ihre Nachfahren kämpfen um den Erhalt alter Bräuche – und ihre Zugehörigkeit in politisch heiklen Zeiten.
von Katrin Groth vom 28.11.2024
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Bei den Altgläubigen:Ein typisches Straßendorf am See (Foto: Katrin Groth)
Bei den Altgläubigen:Ein typisches Straßendorf am See (Foto: Katrin Groth)

In einer Dorfkirche am Rande Europas stapft ein Mann in Daunenjacke über einen gemusterten Teppich. Wie alt die Ikonen sind? Das dürfe er nicht sagen. Fotografieren? »Niet«, sagt Pavel Varunin, und schüttelt den Kopf. Aus welchem Teil Berlins ich komme, hat er wissen wollen, als er die Tür aufschloss. Ost war offenbar die richtige Antwort. Er umkurvt ein paar Holzbänke, zeigt auf goldglänzende Ikonen an der Wand. Von einer schaut Jesus: zwei Finger gestreckt, drei geknickt. »So, wie wir uns bekreuzigen«, sagt Varunin. Im Gegensatz zu den Russisch-Orthodoxen, meint er. Varunin ist so was wie der Hüter über die Kirche von Kallaste, eine der ältesten Altgläubigenkirchen in Estland.

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