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Der Mensch muss Vorrang haben

Die Corona-Krise deckt in vielen Ländern die Defizite im Gesundheitswesen auf. In Kliniken zählt Geld oft mehr als die medizinische Notwendigkeit. Das muss sich ändern.
von Wolfgang Kessler vom 17.05.2020
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(Zeichnung: Mester)
(Zeichnung: Mester)

Zugegeben, im Vergleich mit anderen Ländern haben sich die deutschen Krankenhäuser in der Corona-Pandemie gut geschlagen. Gleichzeitig macht die Krise aber auch die Fehlentwicklungen im deutschen Gesundheitswesen deutlich: Die Krankenhäuser müssen Gewinne erwirtschaften. Deshalb fiel es ihnen nicht leicht, lukrative Operationen für Corona-Patienten aufzuschieben. Seit Jahren stehen sie unter Spardruck. Deshalb fehlte es an Schutzkleidung und – vor allem – an qualifiziertem Personal auf den Intensivstationen. Die Versorgung mit Medikamenten ist gefährdet, weil Wirkstoffe nicht lieferbar waren. Diese Probleme können nicht als bloße Versäumnisse abgetan werden. Es sind die Folgen von grundlegenden Veränderungen des Gesundheitswesens in den vergangenen zwanzig Jahren.

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