Zukunft der Demokratie
Die Kunst, einander zu befremden
Fast alle Menschen haben Fremdenangst, und das ist auch gut so. Zwischen dem sechsten und dem achten Lebensmonat lernen kleine Kinder, zwischen vertrauten und nicht vertrauten Menschen zu unterscheiden. Sie fürchten sich, weinen und klammern, wenn ihnen jemand fremd vorkommt. Das gibt sich wieder, der Reflex aber bleibt. Fremd aussehende Menschen, überraschende Situationen, ungewohnte Gegenden, Dunkelheit, das alles verursacht Unbehagen, erhöht die Anspannung und die Aufmerksamkeit. Evolutionsbiologisch ist das absolut sinnvoll: Fremdes und Unbekanntes birgt häufig Gefahr. Unvorsichtig, gar naiv einfach ins Unbekannte zu gehen, war zu Säbelzahntigerzeiten oft tödlich und ist auch heute noch tendenziell unklug.
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Was gibt Hoffnung?
