Vorfahrt für Radfahrer
Das Coronavirus hat die Städte verändert. Während des Lockdowns war es auf den Straßen so ruhig wie nie. Der Autoverkehr ging in den Großstädten um vierzig Prozent zurück. Manche Stadtbewohner hörten erstmals tagsüber die Vögel zwitschern. Spaziergänger und Radfahrerinnen genossen es, Raum zu haben, um entspannter unterwegs sein zu können. »Die Menschen haben in der Corona-Krise begonnen, das Gut ›Platz‹ in der Stadt neu zu schätzen und zu hinterfragen, ob er derzeit richtig verteilt ist«, sagt Alexander Breit. Der 28-Jährige ist Stadtplaner und hat vor zwei Jahren den Frankfurter Radentscheid gemeinsam mit anderen initiiert – ein Bürgerbegehren für eine Verkehrspolitik, die den Bedürfnissen von Fußgängern und Fahrradfahrern in der Stadt Vorrang gibt vor denen der Autofahrer.
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