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Psychologie der Katastrophen
»Wir wollen, dass die Welt weitergeht, wie wir sie kennen«

Kaum jemand konnte sich vorstellen, dass Putin die Ukraine tatsächlich angreifen würde. Das liegt nicht an mangelndem Wissen oder Naivität, sondern hat mit unserem psychologischem Setup zu tun, erklärt Georg Vielmetter. Er beobachtet Wahrnehmungsverzerrungen - auch angesichts anderer Katastrophen.
von Georg Vielmetter vom 04.03.2022
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Warum können wir uns schlimme Dinge schlicht nicht vorstellen? Dafür sorgen die Normalitätsverzerrung und die Optimismusverzerrung (Foto: istockphoto/akindo)
Warum können wir uns schlimme Dinge schlicht nicht vorstellen? Dafür sorgen die Normalitätsverzerrung und die Optimismusverzerrung (Foto: istockphoto/akindo)

Antonio Guterres ist wahrscheinlich einer der erfahrensten Politiker der Welt. Langjähriger Premierminister Portugals, zehn Jahre Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, seit sieben Jahren deren Generalsekretär. Ernsthaft, abgewogen, reflektiert. Dass er Zugang zu allen öffentlichen und zu vielen geheimen Informationen hat, davon kann man ausgehen. Und dennoch sagte er zur Eröffnung der Sitzung des UN-Sicherheitsrats am 24. Februar 2022, dem Tag des russischen Überfalls auf die Ukraine, dass er in der jüngsten Vergangenheit Hinweisen auf Angriffe keinen Glauben geschenkt habe, weil sich nicht vorstellen konnte, dass etwas »Ernsthaftes« passieren würde.

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Schlagwörter: Krieg Psychologie Ukraine
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