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Reportage aus Europas größtem Gemüseanbaugebiet
Almeria - Europas zwielichtiger Garten

In Almeria wird das Gemüse für deutsche Supermärkte erzeugt. Durch den Preisdruck sind die Arbeitsbedingungen ausbeuterisch. Ganz unten stehen Flüchtlinge aus Afrika. Zwei Patres leisten ihnen Beistand.
von Beatrix Gramlich vom 03.12.2022
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Plastik, so weit das Auge reicht: Luftaufnahme von der Region Almeria (Foto: Hartmut Schwarzbach/argus)
Plastik, so weit das Auge reicht: Luftaufnahme von der Region Almeria (Foto: Hartmut Schwarzbach/argus)

Im Chor konjugieren sie Verben, pauken die Zeiten, bestimmte und unbestimmte Artikel. Zwischendurch schlägt eine Kirchenglocke. Drei Dutzend junge Männer mit Sweatshirt und Basecap drücken im Pfarrheim von San Juan el Bautista die Schulbank: Migranten aus Mali, Mauretanien, dem Senegal und anderen Ländern – gestrandet auf dem Weg in ein besseres Leben. In Roquetas de Mar, einer Hochburg des Obst- und Gemüseanbaus in der Provinz Almería, schlagen sie sich mit Jobs in den Gewächshäusern durch. An der Tafel steht Pater Alick Mwamba, 38. Er schreibt Vokabeln auf, korrigiert, erklärt und wechselt dabei nahtlos zwischen Englisch, Französisch und Spanisch. Der Afrikamissionar und sein Mitbruder Venancio Echevarría, 56, unterrichten die jungen Männer mit einem Team von Freiwilligen – unter ihnen Lehrer, Lebensmittelhändler, Rentner. In den Kursen, die sie von Montag- bis Freitagabend im Stundentakt geben, sitzen 250 Schüler. »95 Prozent sind Muslime, zwei Drittel Analphabeten«, sagt Pater Alick. Er ist Ansprechpartner für die vielen kleinen und großen Nöte der Flüchtlinge. »Aber das, was sie am dringendsten brauchen, kann ich ihnen nicht geben: Papiere.«

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