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Thomas Mann
Ungläubige Gläubigkeit

Thomas Mann wurde vor 150 Jahren geboren; am 12. August vor 70 Jahren ist er gestorben. Sein Verhältnis zur Religion änderte sich im Laufe seines Lebens stetig. Unser Autor zeichnet nach, wie der Nobelpreisträger das Christliche im Alter noch einmal neu erlebte.
von Karl-Josef Kuschel vom 12.08.2025
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Lebensrückblick: 1952 kehrte Thomas Mann aus den USA nach Europa zurück und lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1955 in der Gemeinde Kilchberg in der Schweiz. Das Foto zeigt ihn in seinem letzten Lebensjahr. (Foto: Picture alliance / AP)
Lebensrückblick: 1952 kehrte Thomas Mann aus den USA nach Europa zurück und lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1955 in der Gemeinde Kilchberg in der Schweiz. Das Foto zeigt ihn in seinem letzten Lebensjahr. (Foto: Picture alliance / AP)

Als Thomas Mann 56 Jahre alt war, zog er eine Zwischenbilanz seines bisherigen Verhältnisses zu Religion und Christentum. Das essayistische Selbstgespräch aus dem Jahr 1931 heißt »Fragment über das Religiöse« und beginnt mit dieser Szene: »Als der Hauptpastor von Sankt Marien zu Lübeck, im Priesterkleide am Sterbebett meines Vaters kniend, sich in lauten Gebeten erging, sprach der Sterbende, nach einigem unruhigen Kopfwenden, ein energisches ›Amen!‹ in die frommen Redereien hinein. Der Geistliche ließ sich dadurch nicht stören und tat des Amens sogar in seiner Grabrede lobend Erwähnung, während es doch, wie mir, dem halbwüchsigen Jungen, sofort klar gewesen war, nichts weiter bedeutet hatte als ›Schluss!‹ – «

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